Als ich den Buchtitel und seinen Untertitel gelesen habe, werde ich aus zwei Gründen neugierig: Erstens wollte ich mehr darüber erfahren, wie ich zu meinem wahren Ich komme und dabei Dreamings einsetzen kann, zweitens war mein Interesse für die Erfahrungen geweckt, die der Autor wohl bei den Aboriginals gemacht hat.
Skribifax kann jedoch beide Erwartungen nicht befriedigen. Als ich das Buch abholte, war ich überrascht: ganze 48 Seiten, ein Heft mehr als es ein Buch ist. Und auch diese Seitenzahl scheint nur mit Mühe erreicht worden zu sein, denn auf vielen Seiten stehen gerade einmal drei Zeilen Text.
Auch der Inhalt enttäuscht. Skribifax skizziert seine Gedanken, die ihm zu seinen Erlebnissen einfallen, die er zweifelsfrei mit den Aboriginals hatte. Leider läßt er seine Leser aber nicht daran teilhaben, wie es der Untertitel verspricht. Die Sätze scheinen hingeworfen, der Stil ist teilweise grauenhaft:
"...denn ein Bild soll ja angeblich mehr sagen als tausend Worte, soll es, oder was?" Und: "Vielleicht ist das so - oder aber auch wieder nicht!".
Das Buch wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. In der zweiten Hälfte macht Skribifax immerhin einige interessante Aussagen zu den Aboriginals - aber die kennen diejenigen schon, die auf dieses Buch aufmerksam geworden sind.
Bleiben die Bilder, die "als Versuch einer Antwort" zum Text gestellt sind. Doch diese Bilder entstammen allenfalls der Kamera eines Gelegenheitsknipsers. Über einen Schnappschuß, der Skribifax mit einem Aboriginal im Arm zeigt, scheint der Autor so stolz zu sein, daß dieser allein sieben Mal im Buch erscheint, und das bei 24 Bildern zwischen den Buchrücken. Immer wieder hat er seine Pinwand abfotografiert, auf der Bilder collagenartig zusammengestellt sind, doch so schlecht, daß man den Blitz der Kamera sieht.
Am besten faßt dieses Buch der folgende Satz von Skribifax selbst zusammen: "Somit vermische ich meine eigenen Bilder und erzeuge zumindest mein eigenes Dreamtime, etwas jenseits der behausten Menschen." So ist es: Das Büchlein ist Skribifax' eigenes Dreaming, und er sollte es so geheim halten wie die Aboriginals die meisten der ihren.
Verdict: