Wie Malcolm Douglas zu den Krokodilen kam

 

Käfer und Frösche

Douglas wurde 1941 in Melbourne als Sohn eines High School Lehrers geboren. Schon in der Schule fiel er auf, weil er ständig Käfer, Frösche und Eidechsen mit in den Unterricht brachte.

Seinen ersten Vorgeschmack auf das große Abenteuer bekam er nach seinem 13. Geburtstag, als sein Vater zum Schulleiter auf der Insel Nauru, nordwestlich von Fiji, ernannt wurde. Malcolm lebte zwei Jahre auf Nauru, wo er der einzige weiße Junge war und viele abenteuerliche Erfahrungen machte.

Vom sicheren Beruf ins Abenteuer

Kurz nachdem die Familie nach Australien zurückgekehrt war, fand Malcolm eine Anstellung als Lehrling im Vieh- und Immobilienhandel. Er erwies sich darin als sehr geschickt.

Doch 1964 gab er alles auf, tat sich mit einem früheren Schulfreund zusammen und baute mit ihm einen alten Jeep um, mit dem sie in Richtung Arnhem-Land in Nordaustralien aufbrachen. Sie schlugen sich durch bis nach Gove, wo Bauxit abgebaut wird und segelten von dort aus acht Monate lang über den Golf von Carpentaria und um die Cape York Halbinsel.

Als sie nach Melbourne zurückkehrten, brachten sie 4000 m kostbaren Filmmaterials mit.

Armut und Mißerfolge in Melbourne

Zusammen mit seiner jungen Braut Val bezog Malcolm Douglas ein großes, altes Gehöft in den Hügeln von Melbourne. Das Paar war so arm, dass es von wilden Kaninchen lebte, die Malcolm jagte, während Val im Keller des Hauses Pilze züchtete, die sie dazu aßen.

Neun Monate dauerte es, bis Douglas seinen Film selbst geschnitten und zusammengestellt hatte. Er hatte nicht das Geld, um Fachleute damit zu beauftragen. Bei den Fernsehsendern in Melbourne oder den Filmverleihern war jedoch niemand an diesem “Amateur”-Werk interessiert.

Die ersten Folgen entstehen

Val, Malcolm und sein Reisegefährte David kratzten ihr letztes Geld zusammen und mieteten selbst das Kino im Melbourner Rye Civic Centre, wo sie ihren Film vorführten. Er lief dort sechs Wochen lang vor vollen Sälen.

Doch die Filmeinkäufer ließen sich davon immer noch nicht beeindrucken. Malcolm Douglas und sein Freund David Olmeadow beschlossen, einen weiteren Film zu drehen. Sie charterten ein altes Perlenfischerboot und kamen mit dem Material zu “Follow the sun” zurück, das die noch nie zuvor gefilmte wilde Kimberley-Landschaft im nördlichen Westaustralien zeigte.

Der Durchbruch in Australien

Kurz danach ging David mit Kopien ihrer beiden ersten Filme “Across the top” und “Follow the sun” nach Südafrika und auch dort strömten die Zuschauer in Scharen ins Kino, um sie sich anzusehen.

1976 schließlich kaufte das Seven Network beide Filme. Ihre Ausstrahlung im Fernsehen war ein großer Erfolg und zog zwei weitere Dokumentarproduktionen nach sich, nämlich “Beyond the Kimberley Coast” und “Last of a tribe” - die beide bei den Zuschauern sehr gut ankamen.

Die Krokodilfarm in Broome entsteht

Später richtete Malcolm Douglas in Broome, Nordaustralien, eine Krokodilfarm ein. Als Malcolm noch jung war, brachte er viel Zeit auf, diese gefräßigen Tiere zu jagen.

“Das war einfach die Einstellung, die man damals zu ihnen hatte”, sagt er. “Man konnte nicht genug von ihnen erlegen, um sie loszuwerden. Ich war noch jung und ein wilder Kerl, deshalb machte ich da ohne nachzudenken mit.”

Das unkontrollierte Abschlachten führte dazu, dass die Krokodile geschützt werden mussten. Erst nach 15 Jahren konnten sie wieder aus der Liste weltweit gefährdeter Tierarten gestrichen werden, doch gejagt werden dürfen sie immer noch nicht.

Warum eine Krokodilfarm?

Douglas nennt zwei Hauptgründe für die Errichtung seiner Krokodilfarm: “Erstens wollen wir Touristen vertrauter mit diesen Tieren machen. Viele haben ja eine Abneigung gegen alle Arten von Reptilien. Aber das ist noch kein Grund, sie abzuschießen.”

Zweitens hält Douglas es für angebracht, eine Notreserve an Krokodilen zu halten, falls eine Umweltkatastrophe die in freier Wildbahn lebenden Tiere vernichten sollte. Dann könnte er mit seinen gezüchteten Echsen die Flüsse wieder aufstocken und etwas von dem wieder gutmachen, was er in seinen Jugendjahren an ihnen verbrochen hat.

Douglas ist überzeugt, dass seine Krokodile keine Schwierigkeiten hätten, sich in Freiheit zu behaupten. “Krokodile sind Opportunisten” sagt er. “Sie haben seit Urzeiten in fast unveränderter Form überlebt.”

From an article published in “Australian Women’s Weekly”. Translation by German broadcaster Kabel 1, published with kind permission. Edited by Creative Spirits.

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www.CreativeSpirits.info, Wie Malcolm Douglas zu den Krokodilen kam, retrieved 8 December 2018